Ich wollte nichts mit meiner inneren Teenagerin zu tun haben

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Ich dachte, diese Zeit liegt hinter mir

Ich war erwachsen geworden, hatte mein Leben aufgebaut, war meinen Weg gegangen. Und eigentlich wollte ich gar nicht mehr so genau hinschauen auf das Mädchen, das ich einmal war.

Ich dachte lange, ich müsste diese Zeit einfach hinter mir lassen. Bis ich begonnen habe, meiner inneren Teenagerin zuzuhören. Und plötzlich war da nicht nur Schmerz.

Je mehr ich ihr begegnet bin, desto mehr habe ich verstanden: Vielleicht müssen wir unsere Vergangenheit gar nicht hinter uns lassen. Vielleicht geht es um etwas ganz anderes.

Das ist meine Geschichte darüber, wie ich begonnen habe, meine innere Teenagerin wirklich zu sehen. Und darüber, was sich verändert hat, als ich aufgehört habe, sie wegzuschieben.

Dein inneres Kind

Wahrscheinlich hast Du schon einmal von dem inneren Kind gehört. Und vielleicht hast Du auch schon mit Deinem inneren Kind gearbeitet, hast Dich mit ihm verbunden und konntest dadurch Belastungen aus Deiner Vergangenheit loslassen.

Aber wusstest Du, dass Dein inneres Kind nur einer von ganz vielen inneren Anteilen ist? Dass da noch mehr in Dir schlummert?

So war es bei mir

Bei mir persönlich war es so, dass ich viele Jahre mit meinem inneren Kind gearbeitet habe und einige Dinge aus meiner Kindheit dadurch auflösen konnte. Das fühlte sich sehr heilsam und befreiend an. Und trotzdem kam ich immer wieder an den Punkt, dass mich Belastungen und Herausforderungen aus der Bahn geworfen haben, die ich mit der Arbeit mit meinem inneren Kind nicht zu fassen bekam. 

Ich war geschockt

Nach vielen Jahren mit meinem inneren Kind ploppte eines Tages der Begriff der inneren Teenagerin in meinem Feed auf. Und das war im ersten Moment ein Schock verbunden mit dem Gedanken: „oh nein, die gibt es ja auch noch. Jetzt geht das alles wieder von vorne los.“

Durch den Schmerz in die Freiheit

Die innere Kind Arbeit war für mich – neben all der Heilung – sehr anstrengend und schmerzhaft. Besonders als ich selbst Mama wurde ist mir klargeworden, was mir in meiner Kindheit alles gefehlt hat und dass es möglich ist, seinem Kind das zu geben. Das tat weh. Und tut es manchmal immer noch. Denn sich von der Vergangenheit zu lösen ist ein Prozess, der vielleicht nie abgeschlossen sein wird. Aber es wurde immer besser und hat sehr viel innere Freiheit mit sich gebracht.

Alter Schmerz

Und trotz dieser Erfolge war die Verbindung zu meiner inneren Teenagerin erstmal mit extrem viel Widerstand verbunden. Zu präsent und bewusst war der Schmerz aus meiner Teenagerzeit, der bis in die Gegenwart wirkte. Damals war ich nicht in der Lage tiefer reinzugehen. Mein ganzes System schien mich davor schützen zu wollen, das nochmal zu durchleben.

Ein Selbstgespräch, das alles verändert hat

Alles hat seine Zeit und eines Tages saß ich alleine in der Wohnung und verband mich intuitiv mit meiner inneren Teenagerin. Ich sprach in einem Selbstgespräch über die Vergangenheit, so als würde sie neben mir auf dem Sofa sitzen. Es kam sehr viel Traurigkeit hoch, Verzweiflung und Überforderung. Ich konnte die Tränen zulassen, die Emotionen durchleben, war wütend und verletzt. Es tat richtig weh, aber in der Gegenwart als erwachsene Frau war ich sicher und konnte mich selbst halten. Nachdem ich mich dem Schmerz geöffnet hatte geschah etwas magisches: in mir brach etwas auf und die Schutzmauer, die ich mir als Teenagerin aufgebaut hatte, begann zu bröckeln. Und dann kamen schöne und lustige Anekdoten zum Vorschein. Denn es war damals nicht alles nur schlimm – so wie es im ersten Moment den Anschein hatte, sondern es gab auch viele besondere Momente in dieser Zeit. Das war dann dieser „Und dann springen wir ins Meer.“-Moment. Denn ich bin nicht nur der Schmerz und all meine Erfahrungen haben mich zu der Frau geformt, die ich heute bin. Und dafür bin ich sehr dankbar.

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